Texas auf dem Lechfeld
Wer schon einmal mit der Bahn von Augsburg in Richtung Bad Wörishofen unterwegs war, dem ist möglicherweise kurz vor Schwabmünchen eine sog. Pferdekopfpumpe aufgefallen. Sie gehört zum Erdölfördergebiet Aitingen, aus dem seit 1979 von der Wintershall AG Erdöl gefördert wird. Z.Z. werden dort jeden Tag ca. 95t Erdöl aus der Tiefe an die Oberfläche geholt und mit Eisenbahnwagons zur Raffinerie in Lingen transportiert. Damit kommt aus dem Gebiet zwischen Großaitingen und Kleinaitingen nicht einmal 1% des Erdöls, das in der BRD gefördert wird.
Klingt nach wenig und ist faktisch mit vergleichsweise teurem Aufwand verbunden. In Zeiten immer weiter steigenden Ölverbrauchs und der enormen Preissteigerung relativieren sich die Kosten. Die kleinen Ölfelder des Voralpenlandes werden immer lukrativer. Ab September soll ein Bohrturm westlich von Schwabmünchen aufgestellt werden und das darunterliegende Ölfeld erforscht werden. Sollte der Probebohrung Erfolg beschieden sein, denkt man bei der Wintershall AG darüber nach, eine Pipeline von dort zum 4km entfernt gelegenen Ölfeld Aitingen zu bauen, um es von da aus weiterzutransportieren. Bevor die Buddelei allerdings losgeht, müssen erst noch zwei Feldwege bei Schwabmünchen ausgebaut werden, damit die Tranportfahrzeuge zum geplanten Bohrplatz gelangen können. Das muss die Wintershall AG zwar aus eigener Tasche zahlen, ist aber nur ein schwacher Trost dafür, dass Ackerflächen weichen müssen.
Von den Gewinnen aus der Ölförderung sehen übrigens die Gemeinden und die Eigentümer der Felder, auf dem die Förderstätten liegen, kaum etwas. Für die Nutzung der Fläche auf dem der Bohrturm und später die Förderanlage steht, werden die üblichen Pachtpreise bezahlt. Die Konzessionsabgaben für die Erkundung und Förderung landen beim bayerischen Finanzminister.





[...] Jetzt sollen jährlich 22000 Tonnen Rohöl durch die 5,5 km lange Leitung transportiert werden. Gefördert wird das Erdöl auf einer 1300m tiefen Bohrung, die westlich von Mittelstetten liegt. Mit den Bohrungsarbeiten wurde 2008 begonnen. [...]