Bei Photovoltaikanlagen drängt die Zeit

Dass Wirtschaftsminiter Philipp Rösler und Umweltminister Norbert Röttgen in der letzten Woche eine neue Charmeoffensive gestartet haben, kann man ihnen beim besten Willen nicht vorwerfen. Mit der Ankündigung die Photovoltaikvergütung drastisch zu reduzieren, dürfte einen Strich durch so manche Wirtschaftlichkeitsrechnung von PV-Anlagen-Bauherren machen. Entsprechend groß ist auch der Unmut. Der richtet sich nicht nur gegen die Verringerung der Einspeisevergütung, sondern auch gegen die Terminwahl. Denn bereits ab 9. März 2012 sollen die Betreiber von Solaranlagen weniger Geld für den produzierten Strom erhalten.

Nun war es zwar schon immer so, dass sich ein früher Fertigstellungstermin positiv auf die Einnahmen ausgewirkt hat, dieses Mal könnte der Schnitt aber doppelt einschneiden, da nicht nur die Höhe der Vergütung selbst niedriger wird (~ -20%), sondern auch nicht mehr für den gesamten produzierte Strom gezahlt werden. Bei Dachanlagen sollen nur 85% und bei Freiflächenanlagen nur 90% der produzierten Stroms vergütet werden.

Praktisch bedeutet das, dass es für Neuanlagen ab dem 9. März etwa 30% weniger Vergütung geben könnte und umso wichtiger ist es für die Betreiber, dass sie ihre Photovoltaikanlagen noch vor dem Stichtag in Betrieb nehmen. Das ist allerdings nicht so einfach. Ungünstiges Wetter, schlechte Lieferbedingungen und jetzt erst recht ausgebuchte Handwerker, machen es nicht leichter. Wie es trotzdem funktionieren kann die bestehende Vergütungsregelung zu nutzen und wie die rechtliche Situation hinsichtlich der formalen Inbetriebnahme aussieht, erklären die Rechtsanwälte Flaig Ritterhoff in ihrem Artikel “Kürzung der Photovoltaikvergütung: Anlagenbetreiber, was tun?“.

Der entscheidende Teil sei dabei vorweggenommen. Für die Inbetriebnahme reicht es in der Praxis aus, dass Strom produziert wurde, er muss nicht ins Netz eingespeist werden und auch nicht über einen Stromzähler des EVU laufen. Es ist ebenfalls nicht notwendig, dass die Solarpanele bereits fest montiert sind. Diese pragmatische Inbetriebnahme soll es ab dem 9. März 2012 ebenfalls nicht mehr geben.

Entdeckt bei energynet, wo es auch eine Übersicht über die anstehenden Änderungen gibt.

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