Schluss mit dem Murks

Zufall oder Absicht? Zwei Tage nach dem Ende der Garantiezeit gibt der MP3-Player seinen Geist auf. Drucker gehen für wenige Euro über den Ladentisch, die passende Patronen kosten ein Vielfaches und irgendwann stellt der Drucker seinen Betrieb ein. Repaparaturversuche gestalten sich schwierig. Gehäuse lassen sich nicht zerstörungsfrei öffnen und schafft man es doch, ist die Ersatzteilversorgung schwierig und/oder teuer. Wirtschaftlicher Totalschaden nennt man das dann und der nächste Weg geht in den Laden, um das zerstörte Gerät durch ein neues zu ersetzen.

Als Tatsache dürfte es gelten, und das nicht nur für Elektronik, dass die Lebensdauer von Produkten heute nicht mehr so lange ist, wie sie es vor 20 Jahren war. Unklar ist was die Ursache dafür ist. Unternehmen führen gerne an, dass sie dem Rechnung tragen, dass die Produkte immer billiger werden müssen, weil die Verbraucher preissensibel sind. Für kritische Konsumenten sind es hingegen die Unternehmen, die durch die Gestaltung der Produkte, die Lebensdauer absichtlich begrenzen, um dann wieder neue Produkte verkaufen zu können. Diesen konstruktiven Verschleiß nennt man auch geplante Obsoleszenz. Dass das keine Verschwörungstheorie ist, zeigt das Phoebuskartell, das international führende Hersteller gegründet haben, u.a. um die Lebensdauer von Glühlampen einheitlich zu begrenzen.

Doch an welcher Stelle man auch immer die Ursache suchen möchte, eine Wegwerfgesellschaft ist nicht wünschenswert. Auch wenn das vielleicht vordergründig als Wirtschaftsmotor gesehen wird, überwiegen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Doch wie kann man die Unternehmen dazu bewegen wieder langlebige Produkte herzustellen? Der Berliner Betriebswirt Stefan Schridde will seinem Portal Murks? Nein danke! dazu beitragen und Verbrauchern die Möglichkeiten geben ihre Erfahrungen mit Produkten und deren Lebensdauer zu melden. Bei Telepolis gibt es dazu ein Interview mit ihm.

Sehenswert ist in dem Zusammenhang die Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde” von Cosima Dannoritzer, die kürzlich wieder bei Arte ausgestrahlt wurde und auf youtube zu finden ist.

2 comments for “Schluss mit dem Murks

  1. 27. Februar 2012 von 10:33

    Herzlichen Dank für den hilfreichen Artikel. Das Portal ist in Arbeit und auf meinem Blog findet ihr stets aktuelle Information. MURKS? NEIN DANKE!

    Herzlichen Gruß

    Stefan Schridde

  2. Ralf Trübenbach
    1. April 2012 von 11:43

    Also ich bin arbeitslos.Ich könnte mir gar nicht jedesmal ein Artikel neu kaufen.Meine Meinung dazu ist schlicht und einfach.Diese Hersteller brauchen Arbeitskräfte um einen Artikel herzustellen.Dann eine Lizens dazu.Ich würde ihnen die Lizens entziehen hier für Deutschland und wenn das nicht reicht,für Europa.Das gleiche würde ich auch für die Oelkonzerne hier in Europa machen.Denn sie sind alle,ob sie es war haben wollen oder nicht.Auf die Menschen hier in Europa angewiesen.Entzieht man ihnen alle Lizensen,können sie ihr Köfferchen packen und verschwinden.Von Philips bis sonstwie.Und Aral bis BP und Shell.Und alles was diese Konzerne hier aufgebaut haben und denken sie können es mit nehmen.Nein!Dies alles wurde von den Steuern der Bürger von Europa gebaut in den jeweiligen Ländern.Den wenn es mal hart auf hart käme,würden die Konzerne verlieren.Die Staaten könnten sie enteignen und alles aufkaufen.Und die Natur merkt sich die Vergehen der Menschheit.So wie sich ein Körper es sich merkt,wenn man mit ihm in der Jugend schindluder getrieben hat.

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