Von wegen Provinz

Schwabmünchen 21Das zweite Mal innerhalb weniger Wochen hat es Schwabmünchner Lokalkolorit in die tageszeitung (taz) geschafft. Mitte März ging es um Stadionnamen und in der aktuellen Wochenendausgabe, darf das Bauvorhaben St.-Michael-Kindergarten unter dem Titel „Schwabmünchen 21“ als Beispiel dafür herhalten, dass ein ausufernder Kostenrahmen keine Angelegenheit ist, die ausschließlich Großstädte trifft.
Regelmäßige Leser der taz werden am Titel der Rubrik „Die Wahrheit“ schon erkennen, dass es lustig werden könnte und tatsächlich taucht der Artikel auch schnell in Richtung Satire ab. Laurenz Meier soll da der Bürgermeister sein, der im, ebenso fiktiven, Restaurant „Zur goldenen Nase“ damit prahlt, dass der Kindergarten den Kostenrahmen sprengt und das Grund genug sei Schwabmünchen in einer Reihe mit Metropolen wie Stuttgart, München und Berlin zu sehen.

Ob und wann einem beim Lesen des Artikels ein Schmunzeln übers Gesicht fährt, hängt ganz von der Detailkenntnis Schwabmünchner Lokalpolitik ab. Da schadet zu viel Wissen ausnahmsweise einmal, weil man sich unwillkürlich fragt, ob es denn nicht größere Aufreger, als ausgerechnet den Kindergartenbau gäbe. Aber halt, das ist ja Satire und die entzieht sich mitunter der Logik. Einfach Schwabmünchen durch eine beliebige andere Kleinstadt ersetzen und das Schmunzeln fällt leichter. Der beste Kalauer geht eh auf Kosten von Bauminister Raumsauer:

Zudem werde der Kindergarten seine Kosten „selbst erwirtschaften“ – durch Bürgerbeteiligung: Man habe bereits einen Waffelstand eingerichtet, der von Müttern betrieben werde. Ramsauer erklärt stolz: „Das sind die Ideen, die Deutschland braucht.“

1 Kommentar zu “Von wegen Provinz

  1. Frank
    4. Mai 2013 von 19:39

    Das werden nicht alle lustig finden. Gerade weil, wie es sich für eine gute Satire gehört, ein Körnchen Wahrheit darin steckt. Der dezente Seitenhieb in Richtung „Bürgerbeteiligung“ kann natürlich auch Zufall sein. :)

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